02.12.2009
SAPA (Vietnam)
Wir dachten der Doi Inthanon Nationalpark bei Chiang Mai wäre der nebeligste Ort. Weit gefehlt. Sapa ist um einiges nebeliger. Die Reisterrassen halten sich momentan recht hartnäckig vor uns versteckt. Wir haben vorher gewusst, dass Anfang Dezember nicht gerade die Sapa Hochsaison ist, aber die Witterung ist wirklich unangenehm. Mehr als 10°C haben wir nicht, aber wir wollen uns nicht beklagen, denn letzte Woche soll hier stellenweise sogar eine Eisschicht gewesen sein.
Besonders feindlich ist die Temperatur in unserem ansonsten sehr schönen Zimmer im Fansipan View Hotel. Es ist wirklich sau kalt und die Luftfeuchtigkeit entspricht der in einer Wolke, einer Regenwolke. Wahrscheinlich ziehen in der Tat den ganzen Tag Wolken über Sapa hinweg. Sachen, die einmal nass sind, werden nicht mehr trocken und ab und zu probieren wir aus, ob unser Atem im Zimmer nicht doch in der Luft kondensiert. Ein bisschen erinnert das an Ostsee-Zeltplatzstimmung im Spätherbst.
Wenigstens kommen nun die Thai-Hosen nachts zum Einsatz, die wir in Bangkok gekauft hatten und die sich ja als Fehlgriff rausgestellt hatten. Nun sind wir dankbar, dass wir sie haben. Schön sehen wir nicht aus, wenn wir nachts ins Bett gehen, aber wenigstens ist uns warm.
So kalt wie uns im Hotelzimmer ist, so warm ist es beim Trekking. Sapa besteht zur Hälfte aus Hotels und zur anderen Hälfte aus Trekking Tour Anbietern. Trekking ist das, was man hier macht. Eine wirkliche Alternative gibt es nicht.
Am Ankunftstag wollten wir nicht gleich eine Tour buchen und so sind wir zwei allein ins benachbarte Cat Cat gewandert. Auf dem Hinweg (hinab zum Wasserfall) noch mit Jacke bekleidet und etwas verfroren. Auf dem Rückweg (steil bergauf und treppauf) dann kurzärmlig und schwitzend wie im Hochsommer. Cat Cat ist ein sehr kleines Dorf, welches sich fast unmittelbar an Sapa anschließt. Einen Tour Guide braucht man dafür auf keinen Fall. Der Eintritt kostet 20.000 VND pro Person.
Über “Sapa Pathfinder Travel”, eine Agentur, die irgendwie auch zum Hotel gehört, haben wir dann gestern noch eine Trekking Tour gebucht und am 2. Tag unternommen. Mit einem Vorkriegsvietkong Jeep wurden wir ins etwas 6 km entfernte Lao Chai gefahren. Die Strecke hätte man auch optional wandern können, aber wir waren doch froh uns für die Jeep Variante entschieden zu haben, denn der Nebel war so stark, dass man nichts, gar nichts, neben der Strasse sehen konnte. So fuhren wir an Rosenplantagen und herrlichster Natur vorbei – sagte man uns – aber wer weiß, vielleicht war unten auch Disney Land oder die Tower Bridge.


Obwohl wir eine Private Tour gebucht haben, waren wir meist ein Grüppchen von 5-6 Personen. Die Einheimischen (Minorities wie die Hamong) versuchen ihre aus Hanf gefertigten Waren an den Tourist zu bringen, indem sie einem hartnäckig folgen bis man aufgibt und kauft. So kann man oft sehen, dass jeder Tourist seinen eigenen Fanclub bestehend aus bunt gekleideten Frauen hinter sich herschleppt. Uns hat man schon beim Check-in im Hotel gewarnt und so waren wir instruiert gar nicht erst mit den Damen ins Gespräch zu kommen, sondern es bei „No, thanks“ zu belassen. Das hat sehr gut geklappt. Wobei man sicherlich auch etwas kaufen kann, wenn man es braucht. Die Waren werden wirklich vor Ort handgefertigt.
Durch Lao Chai sind wir recht gemütlich hindurch gewandert, haben von unserem Tour Guide viel über die Einheimischen erfahren und auch ihre Häuser besichtigt (was recht schnell ging, bei einem großen Raum). Der Weg ins nächste Dorf (Ta Van) war auch recht gemütlich. Unterwegs sind wir in 2 Grundschulen eingekehrt und waren kurz Gast in einer Schreib – und einer Mathematikstunde. Als Lehrer ist man in den (oft) Ganztagsschulen nicht nur Lehrbeauftragte, sondern auch für das leibliche Wohl der Kleinen zuständig. Das Essen ist wirklich sehr frisch (siehe Bild), kein Witz!


Dann ging es nach Giang Ta Chai zu einem Wasserfall und zeitgleich als der Dorfweg endete und wir nur noch in Reisfeldern oder auf Büffelwegen durch den Bambus Jungel kletterten, zog unser Tour Guide das Tempo an, der trotz genähter Platzwunde am Kopf und einem halben Liter Blutverlust am Vortag (durch Mopedfahren unter Happy Water Einfluss) immer noch 3 mal schneller war als wir! Zum Ende der Tour kam sogar für 2 mal 30 Sekunden die Sonne raus.
Die Natur in Sapa ist wirklich unglaublich schön. Jetzt im Dezember liegen die Reisfelder leider schon brach, aber im August, wenn der Reis nach 5 Monaten erntereif ist und die Terrassen satt grün sind, muss der Anblick atemraubend sein (und es ist auch nicht so kalt).
Der Tag heute (nach der Lao Chai Trekking Tour) begann mit Schmerz. Vor allem die Waden sind arg in Mitleidenschaft gezogen worden. Diesmal haben wir uns mit einem noch älteren Jeep in die Nähe des 25 km entfernten Ban Ho fahren lassen (Ban Ho liegt nur noch 500m über N.N. Und ist daher etwas wärmer ist als Sapa), sind dann bergab ins Dorf marschiert (kein leichter Weg) und haben dann kurzem Lunch noch den Lavie Wasserfall angeguckt.

Nach 3 Trekking Tagen in Sapa sind all unsere Sachen aufgebraucht oder klamm und wir nicht unfroh den Nachtzug Richtung Halong Bay besteigen zu dürfen.










