01.01.2010
Koh Tao – Tauchen und/oder Feiern
Von Koh Samui sind wir am 26.12. nach Koh Tao gefahren – wieder einmal per Boot (550 Baht pro Person). Zwei Agenturen bieten High Speed Überfahrten an mit ähnlichen Abfahrtszeiten und Fahrtdauern. Auf der Hinfahrt haben wir uns für Seatran Discovery (www.seatrandiscovery.com) entschieden.
In 1,5h ist die Überfahrt schnell vollbracht, wenn das Schiff nicht trödelt und so wie bei uns eine Stunde länger braucht. Der Pier in Koh Tao (Big Buddha Beach) ist nicht so komfortabel wie in Koh Phi Phi, der Pier Bereich ist nicht befestigt. Wer Koffer oder Reisetaschen mit Rollen dabei hat, muss diese etwas mühseelig über den staubigen Schotter schleppen. Taxen/ Chicken Taxen stehen am Pier wie gewohnt in Hülle und Fülle. Hier muss man den Festpreis gut verhandeln. Wir wurden zum Glück vom Hotel Pick Up abgeholt und durften/ mussten zu acht auf der Ladefläche mitfahren, das Gepäck zwischen uns. So haben die meisten Hotels ihre Ankünftlinge abgeholt.
Unser Strand, Sairee, hat etwas an Koh Phi Phi erinnert. Zwischen Beach und Hotelanlagen schlängelt sich eine kleine schmale Strasse entlang, an der alles gibt, was der Reisende so braucht. Allerdings mit einem großen Unterschied. Hier dürfen Mopeds fahren und das ist recht lästig. Ständig muss man zur Seite springen und ein Auge nach hinten gerichtet haben.
Es scheint, als wenn in erster Linie jüngere Leute die Insel in ihren Besitz genommen haben. Sogar die Tauchschulen haben sich angepasst und fahren nicht wie oft üblich um 7:00 raus, sondern eher nachmittags. In den meisten Bars ist Party bis tief in die Nacht hinein angesagt und man kommt nicht umher, Vergleiche mit Mallorca zu ziehen. Auch sind die Thailänder hier nicht so uneingeschränkt freundlich wie wir es bisher gewohnt waren. Ob Restaurant, Supermarkt, Hotel oder Tauschschule – alles scheint auf Massenbetrieb gepoolt zu sein.
Wir waren daher bei Ankunft etwas verstimmt und haben sogar in Betracht gezogen, unsere 2 gebuchten Nächte in Ban’s Diving Resort nicht zu verlängern. Dabei hat die Insel auf unserer Seite (weiter sind wir nicht gekommen) auch sehr schöne Seiten. Der Strand ist weiß und weich wie Puderzucker, die Sonnenuntergänge waren sehr schön, die Luft brannte rot und mit etwas Geduld findet man auch ganz nette ruhigere Lokale am Strand mit Thai Bedienungen, die einen freundlich begrüßen und bedienen.
Da das Tauchen auf Koh Tao unschlagbar günstig ist und von den Tauchschulen oft auch die Zimmer für deren Taucher günstiger zu haben sind (die meisten Hotels sind Tauch Resorts), haben wir beschlossen, uns unter die Wasserobfläche zurückzuziehen. Wir haben also um zwei weitere Nächte verlängert, für die Zeit meiner Advanced Open Water Ausbildung 1000 Baht (2 Tage) Rabatt auf unser Zimmerpreis bekommen und sind den ganzen Tag getaucht. Ban’s Diving Resort (www.amazingkohtao.com) ist eine größere Tauchschule vor Ort und der AOW ist mit 8500 Baht ein echtes Schnäppchen. Allerdings muss man sich wirklich fragen, wie viel Qualität man für das Geld noch bekommen kann. Täglich werden weit über 10 Leute durch den Open Water und Advanced Open Water geschleust. Meine Theorie war auf ein absolutes Minimum begrenzt (90min Theorie insgesamt), die Klasse hatte 16 Schüler (auf Koh Phi Phi waren wir nur zu dritt), die alle noch recht jung schienen und bei Beginn 9:30 erst mal ihr Frühstück nachholten und gegen den Kater ankämpften. Ich war froh, dass nicht einer von ihnen mein Tauch Buddy später bei den Tauchgängen war, sondern Daniel. Für uns gab es dann im Wasser 3 Dive Instructors. Mein OW Ausweis wollte auch bis zu letzt niemand sehen. Das Equipment war stark strapaziert von 7-10 Tauchgängen am Tag (immer naß, keine Chance mal zu trocknen). Bei einem Tauchgang musste ich 4 Octopusse probieren, bis wir einen gefunden haben, der nicht gefekt war. Das hat mir schon etwas Spass genommen und erhöhte Anspannung bereitet. Daniel ist meine 5 Lehrtauchgänge als Fun Diver und als mein Buddy mitgekommen. Der Nachttauchgang war für uns beide neu und das phosphorisierende Plankton im Wasser, dass bei ausgeschalteten Lampen zwischen unseren Fingern leuchtete war faszinierend. Eine Herausfoderung war das Navigieren unter Wasser mit Kompass und Karte, die wir uns zu Beginn selbst nach Anweisung gezeichnet haben. Zu zweit haben wir aber mit einer Kombi aus Können und Glück die Navigationsübung gelöst und die zwei kleinen Nemos gefunden. Alles in allem, war die Stimmung auf dem Monster Tauchboot und im Wasser aber nicht so relaxt wie auf Koh Phi Phi und zumindest bei unseren 5 Tauchgängen hatten wir nicht die Artenvielfalt unter Wasser wie zuvor auf Koh Phi Phi.
Für unsere Rückreise nach Koh Samui haben wir diesmal ein Ticket für das Lomprayah High Speed Catamaran (www.lomprayah.com) in einer Ticket Agency gekauft. Am Pier herrschte jedoch so viel Andrang, dass wir schon befürchteten unseren Voucher nicht rechtzeitig in das Ticket eintauschen zu können. 9:30 waren wir aber dann doch rechtzeitig auf dem Boot (dieser Koh Samui Pier war auch komfortabler als bei der Ankunft). Das Gepäck wurde vorne auf dem Boot verstaut (im Seatran Boot konnte man das Gepäck mit in den Passagierbereich nehmen) und die Passagiere konnte im großen inneren Bereich sitzen und Transformers gucken, wir saßen oben auf dem Deck in der Sonne. Das war auch ganz gut so, denn das Catamaran hat viel mehr geschaukelt als das Speedboot bei der Hinfahrt. Beide Boote kamen verspätet an (30-60min). Die beiden Anbieter nehmen sich demnach nicht viel. Wärhend Seatrans sehr Flaghafennah anlegt auf Koh Samui, war das Pier diesmal ein ganz schönes Stück vom Flughafen entfernt (Maenam Beach). Wer eine Weiterreise plant, sollte das miteinkalkulieren. Ebenso, dass der Shuttel Bus, der zum Airport fährt, auch mal für einen Tankstopp anhalten könnte.
Der Flughafen auf Koh Samui ist sehr schön. Es gibt lauter offene, ruhige Wartehallen mit Ratan-Sofas und Sesseln. Man kann sich kostenlose Getränke und Snacks nehmen und auch WIFI nutzen. Nur die kleinen, buntes Bangkok Airways Flugzeug, die ab und zu starten, erinnern an einen Flughafen.