Archiv für das Tag 'Cat Ba Island'

Auch auf Cat Ba Island herrschte im Dezember Nebensaison. Es war sehr ruhig. Selbst die Mopedfahrer haben fast nicht gehupt! (Wir waren irritiert). Die Strandmeile in Cat Ba Town, wo in den Sommermonaten Massen von Mopeds und Menschen die 4-spurigen Strasse verstopfen sollen und nichts mehr geht, war so gut wie leer. Nur ab und zu fuhr ein einsames Moped hin oder her.

Unser Resort das Cat Ba Island Resort and Spa war sogar noch ausgestorbener. Am zweiten Tag waren wir neben einem anderen Pärchen die einzigen Hotelgäste (in dem nicht kleinen Resort). Das war fast schon unheimlich.

Da wir in den vergangenen Tagen viel gereist waren und das nicht immer stressfrei, haben wir die 2,5 Tage auf Cat Ba recht ruhig verbracht. Zum Sonnen hat es nicht ganz gereicht, aber es war zumindest warm. Am zweiten Tag wollte wir uns gerne die Insel ansehen – ohne eine überteuerte Tour zu buchen, bei der man wieder im Holperbus hin und her gekarrt wird.

Aber es gibt eine gute Alternative für alle, die auf eigene Faust, die Insel erkunden wollen. Jeder Cat Baraner, der nicht in einem Restaurant arbeitet, versucht für wenige Dollars sein eigenes Moped zu vermieten. So eins haben wir uns dann genommen und sind über die Insel getuckert. Der kleine vietnamesische XXS Helm hat zwar etwas gedrückt am Kopf, aber das kleine Moped hat uns beide tapfer und zuverlässig transportiert. Daniel hat auch ganz hemmungslos die Hupe benutzt und selbst nicht davor gescheut, die einheimische Polizei anzuhupen.

Was wäre der Vietnamese ohne sein Moped. Unglaublich, was alles auf einem Moped transportiert werden kann: 2 Europäer ODER 1 Papa und 3 Schulmädchen mit Ranzen ODER 2 Asiaten und dazwischen vier 2m hohe Glasscheiben ODER 3 Asiatenmänner ODER 1 Asiate und 6 Lasterreifen …WOW

Mit unserem Moped sind wir dann zum Nationalpark gefahren (Eintritt nur 15.000 VDN), haben dort geparkt und sind ahnungslos Richtung Bergspitze gewandert (darauf wollten wir eigentlich gar nicht unbedingt). Dann wurde es unangenehm, die ersten steilen Stufen, mehr Stufen und noch mehr Stufen. Es stellte sich heraus, dass die Stufen der harmlose Teil des Aufstiegs waren. Es folgten nur noch waaahnsinnig steile Felsen, über die man klettern musste, höher und höher. Oft ging es ohne die Zuhilfenahme der Hände nicht. Die Felsspalten, in die man griff, waren von der Sorte Indianer Jones, in die man eigentlich nicht gerne greifen möchte, weil man darin was haariges vermutet. Mit Trekking hatte dies jedenfalls nichts mehr zu tun, das war reines Rock Climbing und wir schnauften und ja, wir jammerten auch.

Dann wurde es nach etwas 45min noch schlimmer. Rostige Leitern, kein Weg mehr, nur noch Felsen. Geschafft, oben. Das Plateau war erreicht. Ein toller Ausblick auf den gesamten Nationalpark, grüne Baumdächer,soweit das Auge reichte, wunderschön. Und diese Stille …. wenigstens für 15 Sekunden. Dann kamen sie. Einer, fünf, zehn … vierzehn pubertierende Vietnamesen. Sie schrien, sie lachten, sie kreisten uns ein. Keine Chance die Stille zu genießen. Wir konnten die Invasion nur aussitzen und hoffen, dass sie wieder gingen. Aber wenn sich 14 Vietnamesen Paarweise und in kleinen Gruppen gegenseitig fotografieren, kann das schon eine Weile dauern.

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Irgendwann waren sie dann weg. Jetzt endlich konnten wir die Stille zusammen mit dem Ausblick genießen und ein paar Fotos als Erinnerung schießen. Oder auch nicht … Akku leer.

Nach dem Abstieg sind wir einfach noch weiter rumgefahren.

Die Rückreise nach Hanoi lief reibungslos. Für nur 160.000 VDN sind wir mit Hoang Long zunächst wieder per Bus zum Hafen im NW der Insel gebracht worden, da wartete schon ein Speedboat auf uns, legte sofort ab, fuhr nach Vinh Vu (bei Hai Phong) und von dort brachte uns ein Shuttlebus zum Bus Terminal, wo wir in den recht komfortablen Reisebus nach Hanoi stiegen. Das alles klappte ohne Probleme. Wir waren überrascht. Nur einmal sagte Daniel: „Oh, die Strasse ist wohl gesperrt.“ Ach quatsch, frischer, spitzer Riesenschotter konnte doch unseren Reisebus nicht aufhalten! Augen zu und drüber.

Hanoi empfing uns laut, hektisch, stinkend, grau, nerven-tötend. Wir waren nicht überrascht.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten von Halong City nach Cat Bay Island zu gelangen: eine schnelle, eine langsame, eine sehr langsame, eine umständliche und die, die wir gewählt haben.

Da wir in der Geisterstadt Halong City nicht die Chance hatten, einen Transfer nach Cat Ba zu buchen, haben wir im Internet und beim Hotel Concierge recherchiert und von der super neuen, schnellen und preiswerten Fähre erfahren, die von Juan Chan Island (ca. 12 km von Halong City entfernt) STÜNDLICH und für nur 20.000 VDN Menschen (und Autos) nach Cat Ba Gia Luan bringt. Von dort könnte es zwar problematisch mit dem Weiterkommen nach Cat Ba Town werden, aber wir wollen diesen Weg wagen. So waren wir gegen 9:00 am am Fährhafen. In dem Moment als wir bemerkten, dass der Hafen komplett menschenleer war (abgesehen von einem Mann, der vermutlich Tickets verkauft hat. Vermutlich weil er nicht ein Wort Englisch konnte verstand ebenso wenig wie Zeichensprache), war das Taxi auch schon weg. An einem Zeitaushang stand dann, dass wir das erste Schiff um 8.00 a.m. Verpasst haben und das zweite (und letzte) Schiff erst um 2:00 p.m. fahren soll – in 5h also. Na wie toll. Ach ja, ausserdem begann es nun in Strömen geregnet.

Nach 30min des Haderns und Wartens und Grübelns kam ein Taxi und brachte 2 weitere unglückliche Cat Ba Besucher. Wir stützten also auf das Taxi zu, wohl wissend, dass es vermutlich unsere einzige Chance ist, diese Fährstation in der Einöde zu verlassen, und stoppten es. Schnell hatten wir dem englischen älteren Ehepaar die Situation erklärt (dafür war man uns sehr dankbar, auch ihnen hatte man die stündliche Abfahrt versichert) und beschlossen das Taxi zu teilen und über Hai Phong per Hydrofoil Boat nach Cat Ba überzusetzen.

Problem Nr. 1 der Taxifahrer verstand kein Wort (über seine Zentrale konnte wir aber unserer Ziel nennen und es ging los), Problem Nr. 2 er hatte wahrscheinlich in seinem Leben noch nie Halong City verlassen. Das wurde aber erst klar, also wir anstatt der 40km auf einmal 60, 70 und dann 80km auf dem Taximeter hatten und er unterwegs 10mal angehalten hat, um nach den Weg zu fragen. Die Fahrt dauerte und dauerte. Unterwegs kein Zeichen von Zivilisation, Hotels oder gar Taxen, in die man hätte wechseln können. 80Km später, 600.000 VDN ärmer (die wir zum Glück teilen konnten) und schon recht genervt, haben wir dann den (richtigen) Hai Phong Hafen gegen 12:30 p.m. erreicht. (Achtung es gibt mehrere!).

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Welch Enttäuschung und WELCHE WUT als es dann hieß, dass schnelle Hydrofoil Boat ist schon weg und das langsame auch. Aber es gab noch eine letzte Möglichkeit nach Cat Ba zu kommen an diesem Tag, erklärte uns die verkaufstüchtige Ticket Verkäuferin. Wieso waren wir nicht verwundert als diese anstatt 130.000 VDN auf einmal 250.000 VDN pro Person gekostet hat (Zum Vergleich: von Cat Ba nach Hanoi kommt man für 160.000 VDN!). Wenigstens waren neben uns auch ein paar andere Langnasen in dieser Situation und so bissen wir in der sauren Cat Ba Transfer Apfel und kaufen das Ticket, denn das Hotel in Cat Ba war bereits gebucht.

Das schöne ist, dass man aber in Vietnam meist mehr für sein Geld bekommt als erwartet! (oder als man wollte). Eine Überfahrt war gebucht, aber wir bekamen zusätzlich eine kleine Stadtrundfahrt durch das wunderschöne Hai Phong (Achtung Sakasmus), einen Kamelritt mit Katapulteinlage als der Bus über unbefestigte Lehm- und Schotterwege dahin fuhr und wir in den Sitzen fröhlich dahin flogen und wir lernten den Industriehafen kennen, wo Fat Toni wahrscheinlich nachts heimlich seine betonbeschwerten Säcke im Hafenbecken entsorgt.

Aber dann stand es da: unser kleines Speedboot (in Dinh Vu). Eindeutig für Einheimische angedacht, die wahrscheinlich nur 1/10 zahlen mussten.

Die Fahrt selbst ging recht schnell (vielleicht 25 min), aber wir legten nicht in Cat Ba Town, was ganz im Süden der Insel ist) an sondern in Cat Ba Cai Vieng. Einen weiteren Kamelritt später waren wir endlich am Ziel.

Das gute am Menschen ist, dass er schlechte Dinge sehr schnell vergisst und nur die guten Erinnerung bleiben. Darauf hoffen wir.